In diesem Blog berichte ich von meinen Segelreisen der letzten Jahre.
Andere kleine und größere Ausflüge und Reisen findet ihr in dem Blog "Pitter unterwegs.blogspot.de"
Für dieses lange Wochenende hatten wir als Ziel die Insel Texel im Wattenmeer anvisiert. Das müssen wir aber leider aufgeben. Zum einen kommt der Wind mal wieder aus dieser Richtung = N-NW, zum anderen starten wir zu spät in Warns, um noch die passende Tide ab Kornwerderzand zu erreichen. Wieder nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" orientieren wir uns kurzerhand um und nehmen, nachdem wir die Schleuse Stavoren um 13.00 h passiert haben, Enkhuizen als erstes Ziel. Bei leichtem Wind aus N - NW segeln wir nur mit der Genua platt vor dem Wind gemütlich mit 3,5 - 4,0 kn Fahrt Richtung.
Hier legen wir als Dritter im Päckchen im Stadthafen an. Nachdem auch die Sonne herausgekommen ist, spazieren wir durch die Stadt und nehmen im alten Stadthafen im "t'ankertje ein Bier. Beim Abendessen im Cockpit beobachten wir die ankommenden , chic gekleideten Gäste für eine Hochzeit im gegenüberliegenden Restaurant. Die Musik der Feier begleiteet uns noch bis spät in die Nacht.
13.7.2013
Um 10.15 h legen wir ab und haben um 11.00 h die nahe Schleuse ins Markermeer passiert. Der Himmel ist bewölkt und es weht nocj weniger Wind wie gestern aus Nord. Wir setzen Groß und Genua und dümpeln wieder gemütlich Richtung Süden. Wir haben uns als Törnziel diealte Stadt Volendam ausgesucht. Diese kennen wir noch nicht. Nur selten legt der Wind mal zu und so erreichen gegen 16.00 h in Marina in Volendam. Die Anlage sieht sehr neu aus, ist sehr sauber und alles vom Feinsten. Wir bezahlen € 16,-- Liegegeld, Dusche, Wasser, Strom ist all in. € 10,-- Kaution für die Schlüssel-Karte bezahlen wir auch gerne, da wir sie ja wiederbekommen. Diese neue Marina liegt etwas abseits vom alten Ortskern. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Restaurant vorbei, wo einige junge Leute auf Pfählen im Wasser sitzen. Sie bekommen gerade eine Mahlzeit rübergereicht. Hier gehts es offensichtlich um einen Wettbewerb, wer am Längsten auf dem Pfahl aushält, evtl. sogar für das Guinness-Buch der Rekorde. Als wir dann weiter in den alten Ort reinkommen, trifft uns fast der Schlag. Durch die Hauptgasse - parallel zum Wasser - flanieren viele Leute aus aller Herren Länder. Aus den Kneipen tönt alle 5 Meter andere Musik und auf der Straße geht es fast zu wie im Kölner Karneval. Gut das wir nicht in den alten Gemeindehafen gefahren sind, der unmittelbar daneben liegt. Hier bekommt man sicher kein Auge zu nachts. Der Hafen scheint eh reserviert zu sein für Schicki-Micki-Motorboote, von denen hier eins neben dem anderen liegt - so à la Carmen und Robert Geiss! Hier halten wir es nicht lange aus und gehen wieder schnell zurück zu unserem Schiff und geniessen die Ruhe.
14.7.2013
Der Wetterbericht verkündet Wind aus NW-N, 8 - 10 kn , anfangs bewölkt, später heiter. Wir starten um 10.00 h bei bewölktem Himmel mit Kurs 80° Richtung Lelystad. Anfangs kommen wir mit Groß und Genua noch einigermassen voran. Um 11.15 h wird der Wind jedoch so schwach, dass ich den Jockel starte, damit wir einigermassen vorwärts kommen. Um 13.00 h liegen wir dann vor der Schleuse in Lelystad. Hier kommt uns ein schöner weisser Zweimaster entgegen mit dem geschichtsträchtigen Namen "BOUNTY". Aber hierauf ist alles ruhig, niemand meutert. Nachdem wir dann einen großen Frachter aus der Schleuse passieren lassen, dürfen wir einfahren. Aus der Schleuse raus, empfängt uns der Wind mit 10-12 kn aus NW. Mit Groß und Genua hoch am Wind erreichen wir mit 6-7 kn Fahrt in gut einer Stunde Urk. Hier legen wir geradeaus in einer großen Box für Schlepper an. Am Abend mache ich noch schöne Fotos von einem Bilderbuch-Sonnenuntergang.
15.7.2013
Um 9.15 h legen wir ab und bei strahlendem Sonnenschein aber Null Wind fahren wir unter Motor nordwärts zur Rotterdamse Hoek und weiter nach Lemmer. Wir legen vor der alten Schleuse in der Stadt um 12.00 h an da Mittagspause ist. Die Logge zeigt einen Gesamt-Loggenstand von 10.000 sm an, die MILES & MORE seit dem Jahr 2000 zurückgelegt hat. Nach der Mittagspause geht es um 13.00 h weiter und wir legen mitten in der Stadt an.
16.7.2013
Da Ulla heute noch nach Hause fahren muss, starten wir schon früh um 8.30 h. Wieder nur wenig Wind und der auch noch meistens von vorne - also wieder m o t o r e n ! Um 12.00 h sind wir wieder an unserem Liegeplatz in Warns. Nachdem Ulla Richtung Heimat fort ist, beschäftige ich mich mal wieder mit Schiff putzen. Das Schiff muss blinken, wenn übermorgen die Kids an Bord kommen. Den sonnigen Abend geniesse ich alleine im Cockpit bei einer Flasche Rosé.
"Der frühe Vorgel fängt den Wurm!" So starten wir - Mischa und ich - schon um 7.00 h in LEV und sind auch schon um 10.00 h in Warns. Schnell wird die Kuchenbude abgebaut, die Genua-Persenning heruntergenommen und Wasser getankt.
So können wir um 10.45 h bei strahlendem Sonnenschein ablegen und haben um 11.15 h die Johann-Friso-Sluis zum Ijsselmeer passiert. Sofort auf dem Ijsselmeer setzen wir Großsegel und Genua. Als heutiges Ziel haben wir mal vorsichtig Hoorn im Markermeer ausgesucht. Natürlich kommt uns der Wind genau auf die Nase, d.h. wir werden einige Male kreuzen müssen. Der Wind weht aus S - SW mit 3 bft. - also herrlich entspanntes Segeln. Mischa übernimmt sofort das Ruder und hat sichtlich Spaß, das Schiff in Wind und Wellen zu spüren. Vor einigen Jahren war ich schonmal mit ihm auf einem 7m - Boot auf Frieslands Kanälen unterwegs. Nun ist er zum ersten Mal auf einer größeren, seetüchtigen Yacht. Zunächst fällt es ihm noch etwas schwer, den Kurs zu halten, da er wie hypnotisiert nur auf die Instrumente vor ihm schaut. So versucht er ständig die aus dem Kurs abweichende Kompassnadel wieder zu korrigieren. Ich erinnere mich, dass ich damals beim ersten Törn auf einem "Dickschiff" in der Ostsee den gleichen Fehler machte und das Boot so eine große Zickzack-Linie im Kielwasser hinterließ. Leichter ist es, einen festen Punkt, evtl. eine Landmarke, am Horizont zu suchen und auf diesen zuzuhalten.
Im Laufe des Nachmittags lässt der Wind nach und wir kommen nur langsam voran. Unser Ziel Hoorn müssen wir aufgeben. Für den heutigen Tag wird unser Ziel die Stadt Enkhuizen, am Westufer des Ijsselmeeres in der Provinz Noordholland.
Um 16.10 h machen wir im Stadthafen als 2. Schiff im Päckchen fest. Bei einem Stadtrundgang vertreten wir uns die Beine. Wir kochen auf dem Schiff und nach einer guten Flaschen Wein am Abend kriechen wir in unsere Kojen.
3.7.13 Enkhuizen - Urk
Heute morgen lassen wir es langsam angehen. Nach dem Frühstück legen wir um 10.00 h ab und fahren unter Motor den kurzen Weg rüber zur Schleuse, die Ijsselmeer und Markermeer trennt. Es ist bewölkt und der Wind weht weiter mit 3 bft. aus SW. Um 10.30 h sind wir durch die Schleuse und setzen Groß und Genua. Mit einem raumen Kurs erreichen wir nach 2,5 h Lelystad. Während wir gestern nur hoch am Wind gesegelt sind, muss sich Mischa heute auf neue Schiffsbewegungen einstellen. Übung macht den Meister und das Steuern klappt heute schon viel besser.
Wir bergen die Segel, da wir nun mit Motor die Schleuse passieren müssen. Hier geht es wieder zurück ins Ijsselmeer. hinter der Schleuse machen wir für die Mittagspaus kurz im Hafen fest. Der Wind hat mittlerweile etwas zugelegt. Um 14.40 h geht es nur mit gesetzter Genua weiter Richtung Norden nach Urk, wo wir um 17.15 h am langen Strandkai anlegen. Nach dem obligatorischen Anleger zeige ich Mischa das idylissche Städtchen mit seinen kleinen Fischerhäusern.
4.7.13 Urk - Lemmer - Woudsend
Kurz nach 9.00 h starten wir bei leichtem südlichen Wind Richtung Lemmer. Da es nur mit 3 kn vorwärts geht baume ich die Genua aus und versuche so dem achterlichen Wind noch mehr Segelfläche entgegenzustellen damit er uns noch effektiver voranschiebt. Um 11.20 h erreichen wir Rotterdamse Hoek, das ist die Landecke, an der wir nach steuerbord abbiegen müssen. Hier umfahren wir eine große Baustelle mitten im Wasser, denn es werden die Fundamente für einen neuen großen Windpark gesetzt. Nach weiteren 2 Std. kommen wir bei leichtem Wind nach Lemmer. Wir bergen das Vorsegel und unter Motor geht es durch die alte Schleuse. Um 13.15 h legen wir bei strahlendem Sonnenschein im Kanal in der Stadt direkt vor der neuen Brasserie an. Das frisch gezapfte Anleger-Bier wird uns direkt aufs Schiff serviert - köstlich! "Ach, was ist das Leben mal wieder schön!" - denke ich und lehne mich genüsslich zurück.
Um 15.00 h treibt es uns weiter. Wir wollen aus der quirligen Stadt raus und uns für die Nacht einen ruhigen Platz im Grünen suchen. So segeln wir langsam durch die Kanäle nur mit der Genua nach Woudsend. Hier legen wir in der Stadt an und holen uns einen "Nieuwe Haring" mit Zwiebeln im süssen Brötchen. Um 17.30 h geht es weiter, denn ich habe uns einen Anlegeplatz für die Nacht kurz vor dem Heeger Meer ausgesucht. Als wir dorthin kommen ist er leider voll belegt. Also wieder zurück nach Woudsend wo wir um 18.15 h gegenüber der Kirche an einem Marrekrite-Platz festmachen.
5.7.13 Woudsend - Warns
Schon früh um 8.30h legen wir ab, denn wir wollen zeitig zu Hause sein. Der Motor muss wieder ran, denn der Wind bläst uns wieder genau auf die Nase. Während Mischa steuert, reinige ich schonmal innen das Schiff und bedecke die Genua mit der Persenning. Um 11.00 h machen wir in unserem Heimathafen in Warns fest. Schnell wird alles aufgeräumt und in der Pyramide noch ein Appelgebak mit Kaffee genommen bevor es wieder nach Hause geht.
104 sm wurden in den 4 Tagen zurückgelegt, davon ca. 20 sm unter Motor. Es war ein ruhiger, beschaulicher Törn. Mischa hat es sehr gut gefallen und sichtlich genossen und freut sich schon auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Ein paar kurze Eindrücke von diesem Törn findet ihr hier:
Für diesen Törn mit unseren Nachbarn Hajo und dessen Sohn Marten hatten wir uns als Ziel die Insel Texel ausgesucht.Wenn das Wetter es zulässt, wollten wir unbedingt mal ins Wattenmeer raus. Auf Texel lockt nicht nur das Nordseeklima sondern als Attraktion hatte ich den Besuch des ECOMARE ausgesucht, die Seehundaufzuchtstation auf Texel.
Also brechen wir am 30.5.13 schon früh zu Hause auf, um auch mittags noch in Warnss tarten zu können. Nach dem Motto "Der frühe Vogel fängt den Wurm" sind wir auch ohne Stau gut bis Warns durchgekommen, so dass wir bereits um 11.20 h ablegen. Um 12.00 h ist die Schleuse in Stavoren passiert. Das Wetter zeigt sich sehr diesig, ausserdem gibt es keinen Wind. Also nehmen unter Motor schnurstracks Kurs nach Norden zur Schleuse Kornwerderzand. Als wir ankommen ist das Tor zum kleinen Schleusenbecken bereits offen und einige Yachten bereits in der Kammer drin. Wir quetschen uns noch hinten dran und haben so bereits um 14.45 h auch diese Schleuse passieolt uns rt. Draussen im Wattenmeer empfängt uns ein leichter NO-Wind. So können wir gemütlich mit gesetztem Großsegel und Genua auf 230° Richtung Texel segeln. Mit uns segeln noch eine ganze Flotte von Yachten in diese Richtung. Unterwegs überholt uns noch ein Frachter und auch einem Fischer müssen wir ausweichen. Kurz vor dem Ziel Oudeschild dreht der Wind auf Nord und brist mit 4 Windstärken auf. Auch mit Hilfe der Strömung segeln wir so kurz 8,5 - 9 kn über Grund. Um 17.40 h stehen wir vor der Hafeneinfahrt, bergen die Segel und motoren bis zur Marina. Wir bezahlen noch schnell das Liegegeld von € 29,-- für die Nacht und erhalten so den Code für die Toiletten und Duschtüren.
Am nächsten Morgen weht es mit 5-6 bft. aus Nordwest.. Das würde bedeuten, wenn wir mit Mietfahrrädern zum ECOMARE wollen, immer gegenan zu treten. Faul wie wir sind erkundigen wir uns nach dem ÖPNV (Öffentlichen Personennahverkehr). So fahren wir mit dem Bus zum ECOMARE und machen nebenbei noch eine Inselrundfahrt. Der Fahrer sagt uns, dass wir in Den Burgh umsteigen müssen. Also steigen wir dort aus und warten ca. 25 Min. auf den Anschlussbus. Und siehe da, wer kommt? Der gleiche Bus mit dem gleichen Fahrer. Toll! Da hätten wir auch sitzen bleiben und die Rundfahrt noch etwas ausdehnen können. Also weiter mit dem Bus über die Insel Texel. Unterwegs sehen wir immer wieder Schilder Richtung ECOMARE, an denen der Bus vorbeifährt. So kommen wir zu dem kleinen Ort De Koog, den wir gefühlte 3 mal umrunden bevor es am anderen Ende wieder rausgeht.
Ich glaube es nicht! Aber kurz darauf lässt der Bus uns endlich direkt vor dem ECOMARE aussteigen.
Für € 11,- Eintritt pro Person bekommen wir Einlass und erreichen noch gerade die Fütterung der Kegelrobben. Es gibt auch noch weitere Becken für Seehunde und Heuler, junge
Seehunde. Auch ein Becken für Schweinswale gibt es noch zu sehen. Auch
die große Ausstellung über die Bewohner der Wadden- und Nordsee und
deren Fangmethoden besuchen wir.
Am Nachmittag machen wir uns dann
wieder auf den Rückweg, der noch kurioser verläuft wie unsere Hintour.
Der Bus fährt kreuz und quer über die Insel. Es kommt mir der Gedanke,
dass der Fahrer sich nicht auskennt und sich verfahren hat. Beim vom
Fahrer angekündigten Aufenthalt von ca. 10 Min. in den Burgh entdecken
wir an dem nahegelegenen Teich einen schwarzen Schwan, der nicht minder
stolz ist als seine weissen Artgenossen. Auch eine Laufente gesellt sich
dazu. Der Unterschied zur normalen Stockente ist im anhängenden Film deutlich erkennbar. Die angekündigten 10 Min. Wartezeit sind auf Texel nach MESZ (Mitteleurop. Sommerzeit) exakte 35 Minuten.
Naja, hier gehen die Uhren eben langsamer. Wir hatten nicht mehr daran
geglaubt, aber wir erreichen doch tatsächlich noch am selben Tag wieder
unseren Hafen und unser Schiff.
Am Samstag
starten wir schon wieder um 8.45 h. Bei starker Bewölkung und Wind um 4
bft. aus NW fahren wir durchs Gat van der Stier Richtung Schleuse Den
Oever. Hier wechseln wir um 11.00 h wieder ins Süsswasser des
Ijsselmeeres. Nachdem wir das Fahrwasser verlassen drehen wir nach
backbord ab und nehmen mit 40° Kurs Makkum. Bei raumen bis achterlichen
Wind und 5-6 Windstärken setzen wir nur die Genua und so geht es mit 6
kn durchs Wasser. Hajo und Marten verkriechen sich nach unten in den
Salon bzw. in den Niedergang denn mittlerweile kommt zu der steifen
Brise auch noch der Regen. Dennoch erreichen wir schon um 14.00 h
unseren Liegeplatz in Makkum Stadthafen. Kaum haben wir angelegt kommt
die Sonne heraus und beschert uns noch einen schönen Nachmittag. Das
nutzen wir auch gleich für einen ausgedehnten Spaziergang zum Strand.
Zum Abendessen gibt's die besten Kibbelings mit Fritten in Friesland von der naheliegenden Bude.
Damit wir nicht zu spät nach Hause kommen, legen wir am Sonntag, den 2.6.13
schon wieder um 9.00 h ab und fahren durch die Schleuse Makkums durch
die Kanäle. Bei herrlichstem Sonnenschein passieren wir um 10.00 h das
Örtchen Parega. Hinter Workum nutzen wir den Nordwind, lassen unseren
Jockel ruhen und setzen die Genua. So rauschen wir mit 5-6 kn zurück zu
unserem Ausgangshafen Warns, den wir um 13.15 h erreichen.
Das
war wieder ein sehr schöner, abwechslungsreicher Törn, diesmal ins
Salzwasser der Waddenzee. Wir hatten mal gar kein Wind, mal wenig Wind
und mal viel Wind, mal Wind von vorn, mal von der Seite und mal von
hinten. Das Wetter zeigte auch seine verschiedenen Facetten. Das ist das
schöne beim Segeln - es wird nie langweilig.