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Montag, 23. April 2018

Einhand nach Vlieland

Ich kann es nicht mehr abwarten! Ich muß raus!


Die Wettervorhersage für das Wochenende konnten besser nicht sein. Ziel: die holländische Watteninsel Vlieland.
Die Insel Vlieland ist eine schöne verträumte Insel im Wattenmeer - zu Beginn der Segelsaison! Im Juli und August wird der Ort bevölkert mit zahlreichen Ferien- und Tagesgästen und es ist sehr schwer einen Liegeplatz im Hafen zu bekommen. Also: wenn nicht jetzt - wann dann?!

Am ersten Tag haben wir leider keinen Wind. Wir motoren 8 Stunden von Stavoren bis Vlieland aber bei herrlichem Sonnenschein. Es ist Ende April und ich sitze im T-Shirt im Cockpit (Wahnsinn!) und erreiche völlig entspannt den Zielhafen.

Ich habe mir vorgenommen, zwei Nächte zu bleiben und den morgigen Tag mit einer Radtour über die Insel zu nutzen. Geplant - getan! Ich verbringe einen traumhaften Sonnentag in der (fast) menschenleeren Nordseelandschaft.

Sonntags fahre ich wieder zurück ins Ijsselmeer, diesmal mit Wind. Über vier Stunden kann ich den Wind von 10 - 14 kn für den Rückweg nutzen. Mit ein paar Kreuzschlägen komme ich fast bis Harlingen. Dann geht es weiter mit Motor in Kornwerderzand durch die Schleuse ins Ijsselmeer. Hier setze ich nochmal die Segel bis Hindeloopen. Der Wind hat mittlerweile etwas nachgelassen, aber es reicht, um vorwärts zu kommen und unser Ziel zu erreichen.

Montag morgen habe ich dann nur noch gut eine Stunde bis zur Schleuse in Stavoren und dann noch mal 20 Minuten bis zu unserem Heimathafen Warns. Ein wunderschöner Segeltörn geht zu Ende.

Meine Eindrücke des Törns habe ich wieder versucht mit der Kamera einzufangen. Wie es war seht ihr mit einem Klick hier:










Montag, 9. April 2018

Start in die Saison 2018

...es geht wieder los  - E N D L I C H !

Am Montag morgen, den 9. April fahre ich mit Schulfreund Heinz nach Warns. Heute kommt die MILES & MORE endlich wieder ins Wasser. Den ersten Krantermin hatte ich bereits vor 14 Tagen vorgesehen. Da sich der Winter aber absolut zu diesem Zeitpunkt noch nicht verabschieden wollte und weiterhin hartnäckig nachts mit Minustemperaturen protzte, hatte ich den Termin kurzerhand verschoben.

Nun war es endlich soweit! Wir kamen pünktlich um 11.30 h in Warns an und hatten noch Zeit, kleinere Arbeiten am Schiff zu erledigen. Das Thermometer im Schiffsinneren zeigte eine maximale Tiefsttemperatur für diesen Winter von -7°C an. Die für den Winter in Auftrag gegebenen Arbeiten waren leider nicht erledigt. Das Ruderblatt zeigt immer noch einige Blasen. Auch die Ringanode am Saildrive sitzt immer noch sehr locker. Die Überprüfung der Gasanlage wurde auch nicht gemacht.  Sowas kannte ich bisher nicht von diesem Hafen. Der Hafenmeister erklärte mir, daß das Aufbohren der einzelnen Blasen nicht zielführend sei. Um die Osmose im Ruderblatt nachhaltig zu beseitigen, müsste es komplett auseinander geschnitten, innen neu ausgeschäumt und dann wieder zusammen"geklebt" werden. Meine Interpretation: er hatte es vergessen, keine Zeit, kein Personal oder keine Lust für diese Arbeit. Die Ringanode am Saildrive hatte er dann jetzt sofort innerhalb von 20 Minuten befestigt. Die Überprüfung der Gasanlage steht noch aus und kann auch noch in den nächsten Tagen - auch wenn das Schiff im Wasser ist - erledigt werden. OK - dann los!

Pünktlich um 13.00 h hing die MILES & MORE dann in den Gurten am Kran. Nachdem es vom Lagerbock abgehoben wurde hatte ich noch die Gelegenheit an den vier Auflagestellen Antifouling zu streichen. Dann ging es auch schon ab ins Wasser. Der Mast war schnell gesetzt, der Motor sprang nach der langen Winterpause ohne Murren an und um 13.30 h lagen wir in unserer vertrauten Box.
Hier überprüfte ich zuerst die Sanitärinstallation. Nachdem der Wassertank gefüllt war, wurden alleWasserhähne getestet. DieWasserpumpe funktionierte, stoppte aber nicht mehr nach dem Schließen der Hähne. Also zog sie irgendwo noch Luft. Der Filter an der Wasserpumpe war ok, aber das Übel lag in der Aussendusche am Heck. Beim Zudrehen der Knebel brach einer ab. Nun ja, alles Kunststoff und 18 Jahre alt, immer Wind und Wetter ausgesetzt! Wir verschlossen die dünne Öffnung des Duschschlauches erstmal mit einer Schraube damit keine Luft mehr gezogen werden konnte. Jetzt funktionierte auch die Wasserpumpe, wie es sein sollte.
Nun konnten wir auch die ganzen Sachen aus dem PKW aufs Schiff bringen, die Gasflasche wieder anschliessen und erstmal einen Kaffee trinken. Es wurde noch alles an seinen Platz geräumt, dann war für uns Feierabend.

Am nächsten Morgen nach einem gemütlichen Frühstück mit frischen Brötchen vom nahen Supermarkt wurde der Baum wieder am Mast fixiert und alles vorbereitet, um die Segel setzen zu können. Diese mußte ich erst beim örtlichen Segelmacher abholen. Ich hatte sie im Herbst zum Reinigen und Durchsehen abgegeben. Das Segelsetzen klappte reibungslos und sie waren supersauber und wieder fast wie neu. Ich war begeistert. Nun wären wir eigentlich klar zum Auslaufen, aaaaaber es gab noch weitere Pflichten: während Heinz am Nachmittag das Deck polierte, hatte ich die Steuersäule rund um den letztes Jahr neu installierten Kompass wieder zu verschönern. Trotz aller Arbeiten hatten wir aber auch noch einen Blick für's Wetter. Es war nämlich KAISERWETTER! Die Sonne strahlte vom Himmel und verführte uns auch dazu, Arbeit Arbeit sein zu lassen und sie (die Sonne) im Cockpit zu genießen. Nach dem Abendessen (gebratene Maultaschen mit Zwiebeln und Ei und Gurkensalat) ließen wir den Tag bei einem Spiel Rummy Cup ausklingen.
Am Mittwoch morgen wurde noch das Holz auf dem Cockpitboden und den Bänken mit Boracol gestrichen bevor wir mittags wieder Richtung Heimat starteten. Auf dem Heimweg fuhren wir noch bei Henk de Boer und seinem Nauticshop vorbei. In diesem wahren Wunderladen war ich sicher, einen neuen Knebel für die Heckdusche zu bekommen. Richtig! Hatte er! Den kann ich dann beim nächsten Mal wieder montieren und auch dieser Schaden ist wieder behoben - hoffentlich!

Einen kurzen Film über das Zuwasserlassen der MILES & MORE seht ihr hier:






Donnerstag, 2. November 2017

Die Pflicht ruft.....

1. + 2. November

Am heiligen Feiertag fahre ich mit Ulrich nach Holland zum Schiff. Die Pflicht ruft!
Alle Jahre wieder wird der Rumpf gereinigt, poliert und gewachst und das Unterwasserschiff wieder mit Antifouling gestrichen damit sich dort in der Segelsaison keine Muscheln und anderes Seegetier dran festbeißt.

Ich hatte letztes Jahr die Erfahrung gemacht, daß es besser ist, diese Arbeiten am Ende der Saison zu machen als im Frühjahr unmittelbar vor der Saison. Warum?
Im Herbst ist es noch wesentlich wärmer als in der "Nach-Winter-Saison" und die Arbeiten gehen dann besser von der Hand. Im Herbst sind die Erlebnisse der vergangenen  Törns noch frisch im Gedächtnis und deshalb mache ich die Arbeiten auch gerne. Über den Winter habe ich diese Gedanken dann aus dem Kopf und kann mich nur darüber freuen, daß alles bereits getan ist. Im Frühjahr ein Anruf beim Hafenmeister und die MILES & MORE kann wieder ins Wasser gekrant werden. Früher hatte ich im Winter immer die "Pflicht" noch im Kopf, das Boot muß noch fertig gemacht werden. So ist alles erledigt - wunderbar!

Ulrich hatte sich bereits beim ersten Törn diesen Jahres angeboten, mir bei den Arbeiten zu helfen. Er ließ sich absolut nicht davon abbringen - nun ist er verhaftet. Das wird ihm sicher noch leid tun.

Das Schiff steht vor der Halle in der Sonne. Es wurde vor einer halben Stunde aus dem Wasser gekrant und vom Hafenpersonal abgespritzt.
Sofort nach der Ankunft legen wir los.Zwei kurze Leitern raus, zwei Poliermaschinen mit dem entsprechenden Zubehör bestückt. Mit einer Machine wird der Rumpf mit der entsprechenden Creme eingerieben. Die zweite Maschine ist mit einem Fell bestückt, um alles zu polieren. Dann die ganze Prozedur nochmal mit der abschließenden Politur - erst einreiben, dann mit Fell glatt und glänzend polieren. Gute vier Stunden haben wir für diese Arbeiten gebraucht. Die Beine sind schwer vom ständigen auf und ab auf den Leitern und die Arme sind länger geworden. Schon am frühen Nachmittag hört man nur noch das Gestöhne auf dem Hallenvorplatz zwei alter Herren.
Teil 1 - GESCHAFFT!

Ich habe ein Zimmer gebucht im nahen Hotel Galamadammen. Es gab ein gutes Angebot incl. Frühstück und 3-Gang-Dinner. Damit lassen wir uns am Abend verwöhnen und dazu einen guten Sauvignon Blanc aus Neuseeland. Das haben wir uns verdient!
Am nächsten Morgen genießen wir ausgiebig das Frühstücksbufett, bevor wir wieder zum Schiff fahren, um auch den zweiten und letzten Teil abzuarbeiten.
Zuerst wird unter dem Schiff eine große Plane ausgelegt, dann bewaffnen wir uns jeder mit einer Rolle um das Antifouling aufzutragen. Zum Abschluß der Arbeiten wird das Schiff noch von allen Seiten fotografiert und wir klopfen uns gegenseitig auf die Schulter für unseren Fleiß. Nachdem auch das erledigt ist und wir alles aufgeräumt haben, treten wir die Heimfahrt an. In Lemmer stoppen wir noch für einen Appelgebak und Kaffee sowie einige "tote Fische" für uns und die Nachbarn zu Hause.
So kann ich gelassen nach Hause fahren und den Winter genießen - ja, wenn da nicht wieder eine Hiobsbotschaft gekommen wäre: bei der Motorwartung hat der Monteur bemerkt, daß es ein kleines Ölleck gibt. Und dieses Leck tritt an der hinteren Stelle des Motors auf.  Um dieses zu reparieren, muß der Motor gelöst und gekippt werden. Die ganze Prozedur mit Ersatzteilen soll dann ca. € 1200,-- kosten. Ich hatte den leichten Ölverlust auch schon während des Jahres gemerkt. Er ist aber so gering, daß ich nur einmal ein wenig Öl auffüllen mußte.
Ich habe mit dem Monteur vereinbart, daß ich den Ölverlust noch weiter in der nächsten Saison beobachten werde, um dann im nächsten Winter evtl. die Reparatur durchführen zu lassen. So habe ich auch noch 12 Monate Zeit dafür zu sparen.

Ich blicke insgesamt auf eine sehr schöne Segelsaison zurück.  Das Wetter war uns immer hold trotz einiger Starkwindperioden. Aber diese konnten wir vermeiden, da wir unsere Segeltage nun frei einteilen können. Das Highlight war dieses Jahr der Törn mit Ulla nach Texel, wo wir an drei sonnenreichen Tagen mit den Fahrrädern die Insel erkunden konnten - Super!
Auch die Törns mit Finn und den alten Schulfreunden Heinz und Ulrich waren super gelungen. Für mich war es schön zu sehen, wie nun auch insbesondere Ulrich vom Segelvirus infiziert wurde. Er möchte unbedingt nun auch den Segelschein machen, um mich bei den nächsten Törns zu unterstützen.
KLASSE! Dann steht ja meiner weiteren Freizeitoptimierung nichts mehr im Wege und ich kann die Sonne in den Wogen im Cockpit genießen!

Hoffen wir, daß wir noch lange gesund und beweglich bleiben damit wir dieses schöne Hobby weiter in vollen Zügen genießen können.

Statistik 2017

Insgesamt zurückgelegte Meilen:  819 sm
Gesamte Motorstunden:  84 h   - 130 ltr. Diesel verbraucht = 1,5 ltr/h
50 Tage an Bord
längste Tagesetappe: 35 sm