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Dienstag, 26. Mai 2015

Wir Umrunden ein berühmtes Kap

26.5.15  Stralsund – Lohme / Rügen  48 sm 3 mh

Nachdem ich Ulla um 7.30 h in den Zug nach Hause gesetzt habe, starte ich Richtung Südspitze Hiddensee. Durch das enge Fahrwasser geht es mit Motor bis zum Gellenstrom. Hier setze ich nur die Genua, da ich später am Leuchtturm Hiddensee einen achterlichen Wind haben werde. So geht es bei 4-5 bft. an der Westküste von Hiddensee entlang. Nach Umrundung der Nordspitze Dornbusch nehmen wir Kurs auf Kap Arkona. Der Wind bläst sehr böig bei leicht bewölktem Himmel. Wellen von über 1 Meter Höhe reizen meinen Magen. Der wehrt sich aber tapfer, das einmal Eingenommene wieder herzugeben. Nach Umrundung von Kap Arkona segeln wir mit SO-Kurs nach Lohme. Der Revierführer beschreibt den Hafen als vor

allen Wind gut geschützt. Das muss kein Segler geschrieben haben. Der Wind steht genau auf den Hafen. Ausserdem sind die Boxen wieder für Schiffe > 15m gemacht. So muß ich erst die Heckleinen wieder entsprechend vorbereiten bevor ich in eine Box einfahre. Dazu der nicht unerhebliche Seitenwind, der das Schiff rasch abtreibt. Da hat ein Einhandsegler nicht nur eine Hand zu wenig.
Aber Dank hilfsbereiter Stegnachbarn, die sich mit aller zur Verfügung stehenden Energie einsetzen, liegt das Schiff am Schluss gut vertäut für die Nacht.

In Lohme gibt es das „Café Niedlich“, was mich angezogen hat. Es isr wirklich niedlich und liegt hoch am Hang mit einer tollen Aussicht über den kleinen Hafen und die See bis rüber zum Kap Arkona. Noch darüber liegt der Ort Lohme. Ich habe die Stufen gezählt: insgesamt bis in den Ort sind es 223 Stufen, die ich natürlich auch wieder runter zum Hafen musste.

Montag, 25. Mai 2015

3 Tage in Stralsund



23.5. – 25.5.15  Stralsund und Rügen

Den Samstag lassen wir ganz langsam angehen. Mittags wird noch etwas frischer Proviant eingekauft, die schönen Häuser mit ihren verschiedenen Giebeln bewundert. Während Ulla noch alleine bummeln geht, schleppe ich die Einkaufstüten zurück zum Schiff.







Am Sonntag morgen fahren wir mit der Fähre rüber nach Altefähr auf Rügen. Dort warten die bestellten Drahtesel auf uns, die wir dann besteigen, um ein kleines Stück von Rügen zu sehen. Wir fahren zunächst einen herrlichen Radweg am Bodden entlang, auf der einen Seite die weiten blühenden Rapsfelder, auf der anderen Seite das Wasser. Die Rapsfelder sind umsäumt mit allerlei Wildblumen. Ulla hat Spaß am roten Mohn und den blauen Kornblumen. Ich singe das Lied „Kornblumenblau ist der Himmel am herrlichen Rheine……“. So entdecken wir in dem kleinen Dorf Guvitz ein Hofcafé.  Als wir das Gartencafé betreten kommt uns schon ein Irish Setter entgegen, freudig mit dem Schwanz wackelnd. Als wir uns im bereitgestellten Strandkorb niederlassen, legt er sich zu uns als wollte er sich mit uns unterhalten. Nachdem wir Kaffee und Kuchen im Garten vertilgt, die Unterhaltung mit Amelie (Hund) beendet haben, kommen wir mit dem Besitzer ins Gespräch. Er freut sich über mein Kompliment: „Ich dachte, eine solche Idylle gibt es nur im Fernsehen!“ In einem der Stallungen hat er Anfang des Jahres eine
Ferienwohnung eingerichtet – vom Feinsten! Weitere sollen im Dachgeschoss folgen. Er hat viel Zeit
und zeigt uns auch seinen Gemüse- und Kräutergarten. Auf meine Frage: „Haben Sie Stress?“ erwidert er: „Wie kann ich hier in dieser herrlichen Natur dem Stress verfallen.“ Recht hat er.
Wir fahren weiter – immer über recht unebene Straßen, die mit Betonplatten befestigt sind - durch einige kleine Ortschaften, fahren in eine kilometerlange Sackgasse rein, die wir dann auch wieder kilometerlang zurückfahren müssen. Hurra, da kommt Freude auf! Vor allem beim Hintern !
So kommen wir schließlich nach einer großen Runde von ca. 35 km noch rechtzeitig für die letzte Fähre wieder an der Anlegestelle an.
Pfingstmontag fängt für uns wieder ganz sachte an. Zuerst bereite ich das Schiff vor für die nächsten Tage: Ich tanke Wasser und auch Diesel an der nahegelegenen Bunkerstation. So bin ich dann erstmal wieder gerüstet für die nächsten Tage, denn ich will nicht hoffen, dass ich morgen von Stralsund auf die Ostseite von Rügen und dann am nächsten Tag die 50 sm rüber nach Bornholm motoren muss. Der Diesel sollte dann schon bis weit nach Schweden hinein halten.
Nachmittags besuchen wir das Ozeaneum in Stralsund. Hier nehmen wir an einer Führung teil und bekommen Einblick in Flora und Fauna der sog. kalten Meere. Das sind die Meere in unserer unmittelbaren Nachbarschaft wie Nord- und Ostsee und auch deren Teilgebiete wie z.B. Wattenmeer und Boddengewässer. In mehreren kleineren und größeren Becken sind hier die Bewohner dieser Gewässer zu sehen.
Zum Abschluss von Ulla’s Urlaub gehen wir abends im „Klabautermann“ essen, ein uriges Lokal der Freunde der „Gorch Fock I“. Hier laufen alte konservierte Seemannslieder von Freddy Quinn, Hans Albers und auch Henry Vahl gibt einiges zum Besten. (Wer kennt ihn noch?)

Hansestadt Stralsund



22.5.15  Kloster (Hiddensee) – Stralsund   20 sm 3,3 mh

Weiter geht’s durch die engen Fahrwasser Richtung Süden nach Stralsund. Der Wind kommt natürlich wieder fast von vorne, so dass ein Segeln unmöglich ist.
Nachdem wir fest sind in der Citymarina suchen wir zuerst den Bahnhof und kaufen für Ulla eine Rückfahrkarte am Dienstag. Zu Hause ruft die Pflicht und der Arbeitgeber. Zurück vom Bahnhof erkunden wir die Altstadt. Auf dem „Alten Markt“ machen wir Rast und bestaunen ringsrum die alten aber wunderbar restaurierten Gebäude. Ähnlich wie in Wismar stammen diese zum Teil auch aus dem 13./14. Jhrt. Ich frage mich, warum bei uns große öffentliche Gebäude, die nicht älter als 30-40 Jahre sind, wieder abgerissen werden, wenn man sie auch mehrere Jahrhunderte erhalten kann.
Abends laufen wir durch das nahegelegene Hafenviertel. Hier präsentiert sich eine Kneipe/Lokal/Restaurant neben dem anderen; jedes in einem anderen Stil oder Aufmachung.