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Sonntag, 19. Juli 2015

Es zieht mich weiter nach Westen



19.7.15  Nyborg/Fünen – Kiel-Friedrichsort  80 sm – 11,8 mh

Ich habe keine Lust mehr zum Segeln. Ja, richtig gelesen! Ich habe keine Lust mehr zum Segeln und möchte nur noch bei glatter See motoren. Ich kann keinen Wind mehr ab, möchte keine Welle mehr sehen. Das Geschrei der Möwen im Hafen bringt mich auf die Palme. Wenn ich etwas zum Schiessen hätte, würde ich sie alle abknallen.

Mein Wunsch ist erhört worden. Bei Windstille starte ich um 6.20 h und erreiche unter Motor um 12.00 h Marstal auf der Insel Aerö. Hier muss ich tanken, denn an meinem heutigen Zielort in Friedrichsort gibt es keine Tankstelle. Der Tankautomat in Marstal nimmt nur Bargeld. Dänische Kronen habe ich leider keine mehr, nur noch wenige Münzen. Ein netter Däne (mit einer blöden Frau) hilft mir: Er wechselt mir Euro in Dänen-Kronen. Gott sei Dank. Schon nach 20 Minuten geht es weiter über die Ostsee nach Kiel. Als markanten Ansteuerungspunkt dient mir der Leuchtturm Kiel. Aber von hier aus sind es immer noch gut 1 Stunde bis zum Hafen Friedrichsort. Ich habe wieder Mal Glück und kann längsseits anlegen. Im Hafen ist kein Mensch zu sehen, der mir evtl. beim anlegen helfen könnte. Aber längsseits macht es mir alleine keine Probleme. Kaum habe ich alles verzurrt, kommt ein riesiger Katamaran in den Hafen, der Anspruch auf seinen Liegeplatz erhebt. Also muss ich wieder ablegen und kann aber auf der anderen Seite des Steges wieder längsseits dran. Nun hoffe ich nur noch, daß dessen Liegeplatzinhaber nicht auch noch heute Abend reinkommt.

Samstag, 18. Juli 2015

Samsö – Nyborg/Fünen



18.7.15  Marup Havn/Insel Samsö – Nyborg/Fünen   64 sm -  2,6 mh


Zuerst wollte ich von Samsö aus nach Fredericia an der Westküste Fünens und von dort dann in den nächsten Tagen weiter durch den Kleinen Belt über Sonderborg, Schleimünde nach Kiel. Der Wind kommt aber wieder von vorne und frischt auf. Das möchte ich zum Segeln nutzen und nehme kurzerhand Kurs auf Nyborg an der Ostseite Fünens. Das beginnt auch ganz ruhig. Ab Mittag nimmt der Wind dann zu und als ich die große Brücke über den großen Belt durchfahre habe ich bis zu 30 kn Wind auf der Anzeige. Nachdem ich vorher schon zweimal in den Wind geschossen bin, habe ich Großsegel und Genua um die Hälfte reduziert. So erreiche nach 9,5 h Fahrt wieder völlig kaputt den Hafen.

Freitag, 17. Juli 2015

Anholt - Samsö



17.7.15  Anholt – Marup Havn/Insel Samsö          77 sm  - 9,0 mh 


Wieder ein Tag mit 10,5 Std Fahrt, davon allerdings 9 h motort. Bei relativ glatter See und nur wenig Wind von hinten war dieser Tag etwas erholsamer als der gestrige. Meine Stimmung ist allerdings dadurch nicht besser geworden. Aber ich versuche, dagegen anzukämpfen und mir die schönen Erlebnisse dieser Reise ins Gedächtnis zu rufen. Bei der Ansteuerung von Samsö bietet sich mir wieder ein toller Anblick. Sanfte Hügel, mit Gras bewachsen, erinnern mich an Wales. Auch diese Insel wäre es wert noch länger zu bleiben. Aber…….


Am frühen Abend kommt eine Motoryacht in den Hafen mit einer Crew in nicht standesgemäßem Outfit - jedenfalls nicht für diesen Schiffstyp. Vier Männer sahen aus wie Popeye mit ihrem entsprechendem Matrosenkostüm und Schiffsanker auf dem Oberarm tätowiert, der Kapitän mit Mütze und weißem Anzug. Nicht nur ich, auch alle anderen Leute auf ihrem Schiffen amüsieren sich köstlich über diese Kostümierung.